Der heilige Ludwig-Maria Grignion von Montfort:

SEINE SCHRIFTEN

Literaturhinweise

„Die Liebe zur Ewigen Weisheit
Diese Schrift des Heiligen gilt heute als sein wichtigstes Werk, denn in ihr legt er das Gesamt seiner Frömmigkeitslehre dar. Sie ist die Grundlage für das Verständnis seiner besonderen Verehrung für das Kreuz und für Maria. Grignion hat sie vermutlich in den Jahren 1703-1704 geschrieben, in den wohl schwierigsten und schmerzlichsten Monaten seines Lebens, in denen er mit besonderer Leidenschaft um die göttliche Weisheit, die niemand anderes ist als Jesus Christus, gefleht hat. Seine Schrift ist deshalb viel mehr als eine theoretische Darlegung. Sie ist persönliches Zeugnis seiner Glaubenserfahrung, an der er uns teilnehmen lassen will. Grignion will uns durch sein Zeugnis zu der gleichen Christuserfahrung hinführen, die der Apostel Paulus in das Wort geprägt hat: "Christus, Gottes Kraft und Gottes Weisheit" (1 Kor 1,24). Vier Mittel nennt Montfort, die helfen, die Ewige Weisheit zu erlangen, die zur Vereinigung mit Christus führen: ein glühendes Verlangen, eine beharrliches Beten, eine radikale Askese (sich selber sterben) und eine echte Marienverehrung. Praktisch wird das verwirklicht in der Ganzhingabe, in der Weihe an die Ewige Weisheit Jesus Christus durch die Hände Marias. Hier ist die montfortanische Marienverehrung verankert; sie ist Mittel, das zur Vereinigung mit der Ewigen Weisheit führt, dem einzigen Lebensziel des Christen.

Abhandlung über die wahre Hingabe an Maria
Diese Schrift des Heiligen ist seine bekannteste Schrift. Geschrieben zwischen den Jahren 1710 und 1715, wurde sie erst 1842 entdeckt und 1843 zum ersten Mal gedruckt. Sie wurde in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt und entwickelte sich zu der am weitesten verbreiteten marianischen Schrift in der christlichen Literatur. Da die ersten und die letzten Seiten des Originalmanuskripts verloren gegangen sind - über ihren Inhalt weiß man nur sehr wenig -, kennen wir den Titel, den Grignion seiner Schrift gegeben hat, nicht. Der üblich gewordene Titel „Abhandlung über die wahre Hingabe“ wurde von den Herausgebern der ersten Ausgabe gewählt. In Nr. 227 charakterisiert Grignion selbst sein Werk als „Vorbereitung auf das Reich Jesu Christi“. Er bringt seine Absicht besser zum Ausdruck: Damit das Reich Jesu Christi kommen kann, muss das Reich Marias kommen.

Das Geheimnis Marias
Seine Gedanken über die Ganzhingabe an Jesus Christus durch Maria hat Grignion noch einmal in einem Brief zusammengefasst, den er einer Ordensschwester in Nantes über das gleiche Thema geschrieben hat. Das erklärt den Stil und die wesentlich kürzere Darstellung. Der Titel auch dieser Schrift stammt nicht vom Verfasser, wurde aber der Schrift selbst entnommen, in der er schreibt: „Selig, tausendmal selig der Mensch, dem der Heilige Geist das Geheimnis Marias enthüllt, damit er Maria erkennt!“

Brief an die Freunde des Kreuzes
„Das Kreuz Jesu und die Mutter Jesu sind die beiden Pole im persönlichen Leben Grignions und in seinem apostolischen Wirken.“ Mit diesen Worten hat Papst Pius XII. die Persönlichkeit des hl. Ludwig-Maria Grignion von Montforts charakterisiert. Es sind nicht nur seine eigenen Leiderfahrungen, die ihn zum Verkünder des gekreuzigten Christus werden lassen, es ist zuerst sein Verständnis des Evangeliums und seine mystische Einsicht, die ihn erkennen lässt, dass die Offenbarung der Liebe Gottes ihren höchsten Ausdruck in Leiden und Sterben seines Sohnes Jesus Christus findet. Das Kreuz ist das zentrale Geheimnis des christlichen Glaubens und damit zugleich des christlichen Lebens. Sein „Brief an die Freunde des Kreuzes“, den er 1714 als Frucht persönlicher Exerzitien für die von ihm ins Leben gerufene Laienvereinigung gleichen Namens schrieb, ist eine Betrachtung über das Jesus-Wort: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt 16,24). Mit seinem Brief will Grignion Anregungen und Hilfen geben, wie wir dieser Aufforderung Jesu, die ausnahmslos allen Christen gilt, entsprechen können. Die Grignion geschenkte Glaubenseinsicht und seine persönlichen Kreuzeserfahrungen verleihen diesem Brief in all seiner Zeitgebundenheit bleibende Bedeutung.

Gebet um Missionare: „Prophetisches Flammengebet“
Dieses Gebet des Heiligen bringt zum Ausdruck, mit welcher Leidenschaft er um Missionare für die Kirche gebetet hat. Die Verkündigung der Frohen Botschaft war ihm schon vor seiner Priesterweihe ein Herzensanliegen. Der armen Landbevölkerung den Glauben zu verkünden, darin sah er seine Berufung, wie er in einem Brief wenige Monate nach seiner Priesterweihe geschrieben hat. Hier sah er eine große Not der Kirche. Montfort bittet in diesem Gebet um Priester für seine „Gesellschaft Marias“, aber sein Anliegen hat nichts an Aktualität verloren, weder im Blick auf seine heutige Ordensgemeinschaft noch im Blick auf die Neu-Evangelisierung, der großen Aufgabe der Kirche heute. Und die Weihe an Jesus Christus durch Maria ist nach der Lehre Grignions nicht zuerst ein Mittel der persönlichen Heiligung, sondern sie weckt den missionarischen Geist, der nichts anders ist als der Geist Marias, als der Geist ihres Sohnes: den Menschen in Wort und Tat die Frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu bringen.

Das wunderbare Geheimnis des heiligen Rosenkranzes
„Nichts ohne den Rosenkranz“, so könnte man Leben und Wirken des hl. Ludwig-Marias charakterisieren. Das Rosenkranzgebet war ohne Zweifel sein „Lieblingsgebet“. Die Erfolge seiner Volksmissionen, die Bekehrung der schwersten Sünder, alles verdanke er dem Rosenkranz, so hat er einmal gesagt. Überall, wo er hinkam, gründete er Gebetsgruppen, die sich zum regelmäßigen Rosenkranzgebet verpflichteten. Es ist daher nicht verwunderlich, dass er auch ein Büchlein über den Rosenkranz verfasst hat, in dem er nicht nur erklärt, wie der Rosenkranz zu beten sei, sondern auch viele Geschichten erzählt, die die wunderbaren Wirkungen des Rosenkranzgebets belegen. So finden sich in dieser Schrift viele und lange Zitate aus Schriften über den Rosenkranz, die ihm bekannt waren.

Hymnen
Der umfangreichste Teil der Gesammelten Werke des Heiligen sind seine Hymnen und Lieder, von denen 163 als authentisch betrachtet werden. Sie behandeln alle zentralen Themen des christlichen Glaubens. Manche von ihnen sind sehr lang: das Lied über den Luxus hat 118 Strophen! Insgesamt hat man 23.000 Verse gezählt. Ludwig-Maria hat sie geschrieben für die Missionen und ließ sie auf populäre Melodien singen. Sie waren für ihn ein wirkungsvolles Hilfsmittel für die Katechese. Leider sind nur einige wenige ins Deutsche übersetzt.