Der heilige Ludwig-Maria Grignion von Montfort:

ORDENSGRÜNDER

Überall in der Welt (zur Übersicht)

1. Die Montfort-Schwestern – Töchter der Weisheit (FdlS)
Heute sind es mehr als 1.200 Töchter der Weisheit, die sich von Montforts leidenschaftlicher Suche nach der ewigen Weisheit haben anstecken lassen und sich dafür einsetzen, die unbegreifliche Liebe der Weisheit zu den Menschen erfahrbar werden zu lassen.
Das Lebenszeugnis der seligen Marie-Luise Trichet, mit der zusammen Montfort die Gemeinschaft gründete, ist ihnen dabei eine besondere Hilfe. Die leidenschaftliche Liebe der beiden zur Ewigen Weisheit ist bleibender Ansporn.

Die Entstehung
Als junger Priester lebte Ludwig-Maria von Montfort im Armenhaus von Poitiers. Jeden Tag erfuhr er seine Ohnmacht angesichts der vielen Armen und Notleidenden. Marie-Luise Trichet, eine junge Frau aus der Stadt, hatte mit ihm darüber gesprochen, dass sie Ordensschwester werden wollte. Eines Tages forderte er sie auf: „Komm ins Armenhaus!“ Marie-Luise folgte seinem Ruf und lebte von da an unter den Armen. Montfort führte sie den harten Weg der Selbstvergessenheit im Dienst an den Armen, in denen Christus gegenwärtig ist. Am 2. Februar 1703 empfing sie aus seiner Hand als erste Tochter der Weisheit das graue Ordenskleid. In den 60 Jahren, die sie an der Spitze der Gemeinschaft stand, konnte sie 174 Schwestern zur Profess führen. Bei ihrem Tod zählte die Gemeinschaft 118 Schwestern im Mutterhaus in Saint-Laurent-sur-Sèvre und 36 weiteren Häusern. Sie wurde im Jahr 1993 seliggesprochen; ihr Gedenktag ist der 7. Mai.

Enttäuschungen und Hoffnungen
Die Französische Revolution von 1784 zwang die Schwestern zu einem unsteten Leben, 33 fielen den Verfolgungen zum Opfer.
Am 2. Februar 1811 wurden die Statuten der Gemeinschaft von Napoleon I. genehmigt. Seitdem widmen sich die Töchter der Weisheit in Schulen, Hospizen und Gefängnissen dem Dienst an den Ärmsten der Armen: Taubstummen, Blinden, Kindern, Gefangenen ...
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schrumpfte die Gemeinschaft, was den aposto-lischen Einsatz nicht schmälerte.
Die ersten Niederlassungen außerhalb Frankreichs wurden gegründet, zunächst in den europäischen Nachbarländern, dann in Übersee. Die Seligsprechung Montforts am 22. Januar 1888 bewirkte in der ganzen Welt ein verstärktes Interesse an seinen Schriften und seiner Spiritualität.
Die zwei Weltkriege im vergangenen Jahrhundert erschwerten den Einsatz der Schwe-stern, dennoch konnten in verschiedenen Ländern Noviziate eröffnet werden. Die Heiligsprechung Montforts 1947 gab einen neuen Impuls, die Liebe der Weisheit zu verkünden.
Gegenwärtig ist die Gemeinschaft in allen Kontinenten tätig: in Europa und Nordamerika, aber ebenso in Zentral- und Südamerika, in Asien und Ozeanien (Papua-Neuguinea). Die Töchter der Weisheit führen das Werk ihres Gründers weiter: die menschgewordene Weisheit Gottes, die die Welt verändert, zu allen Menschen zu bringen.
In den deutschsprachigen Ländern gibt es keine Niederlassungen der Montfort-Schwestern.

Anschrift der Generalleitung:
Figlie della Sapienza
Via dei Casali di Torrevecchia, 16
00168 Roma
Italien
Telefon 0039-06-6 27 86 39


2. Die Montfort-Missionare: Missionare der Gesellschaft Marias
„Angesichts der Nöte in der Kirche kann ich nicht umhin, Gott inständig und ohne Unterlass um eine kleine und arme Gemeinschaft von Priestern zu bitten ...“
So schrieb der junge Priester Ludwig-Maria Grignion von Montfort an seinen geistlichen Begleiter. Die Sorge um die Zukunft der Kirche und sein Eifer für die Seelen ließen ihn nicht ruhen.

Entstehung
„Ich bitte dich um Priester, die frei sind und doch ganz gebunden an deine Liebe und deinen Willen, Männer nach deinem Herzen, die in allem deinen Willen tun“ (FG 8).
Doch bei seinem frühen Tod am 28. April 1716 konnte er nur auf ein paar Freiwillige blicken, einige Laienbrüder und einige Priester, darunter René Mulot, der der erste Generalobere werden sollte, und Adrien Vatel, die aber noch nicht so weit waren, sich ganz und für immer an ihn und die von ihm gewollte Gemeinschaft zu binden.
Erst zwei Jahre später begannen Mulot und Vatel wieder mit der Volksmission und erst 1722 schlossen sie sich in Saint-Laurent-sur-Sèvre am Grab Montforts zur ersten Gemeinschaft der Gesellschaft Marias zusammen. Es sollte noch viele Jahrzehnte dauern, bis sie gezwungenermaßen die Grenzen Frankreichs überschritten.
Als der Kulturkampf in Frankreich sie dazu zwang, das Land zu verlassen, gingen sie in die Welt hinaus: „auf den Spuren der armen Apostel“: zuerst nach Europa, dann Amerika, Afrika, schließlich auch Asien.

Begeisternde Sendung
Am Anfang des 19. Jahrhunderts zählte die Gemeinschaft kaum mehr als 100 Mitglieder, heute verkündigen ca. tausend Montfort-Missionare überall in der Welt die Frohe Botschaft. Die Montfort-Missionare sind sich lebhaft bewusst, dass die Kirche ihnen eine begeisternde Sendung anvertraut hat und sie aufruft, der Welt zu verkünden: Jesus ist für immer der Sohn Gottes, die Ewige Weisheit des Vaters, menschgeworden aus Maria; Jesus ist für immer der Erlöser, der in seinen Worten und Taten die Zärtlichkeit und Liebe Gottes offenbart.
Deshalb folgten ihm die Armen, die Kinder, die Sünder, als wenn er einer der ihren wäre, und so wachsen Solidarität und Freundschaft nicht nur unter den Menschen, sondern auch zwischen Gott und Mensch.
Die Montfortaner verkünden diese Botschaft in 35 Ländern der Erde. Dabei werden sie unterstützt von einer wachsenden Schar von Priestern und Laien, Männer und Frauen, die von Montforts Wort überzeugt sind: „Jesus Christus ist durch Maria in die Welt gekommen, durch sie muss er auch in der Welt herrschen“ (WMV 1).

In Deutschland hat die Gemeinschaft zur Zeit 23 Mitglieder. Seit einigen Jahren sind auch Patres aus Indien in Deutschland tätig.

Anschrift der deutschen Montfort-Missionare:
Provinzialat der Montfortaner Patres
Bernard-Cusodis-Str. 4
53113 Bonn
Telefon: 02 28-21 05 58

Anschrift der Generalleitung:
Curia Generalizia dei Padri Monfortani
Viale dei Monfortani, 65
00135 Roma
Italien
Telefon: 0039-06-3 05 23 02


3. Die Montfort-Brüder: Brüder von St. Gabriel
Von Anfang an hat der hl. Ludwig-Maria auch Laienbrüder bei seinen Missionen eingesetzt. Einige von ihnen übernahmen bisweilen auch den Schulunterricht bei den Kindern der Armen.

Entstehung
Als sich der Klerus in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders darum bemühte, Schulen zu errichten, gründete Gabriel Deshayes, der damalige Generalobere der montfortanischen Gemeinschaften, die Brüder von St. Gabriel als eigenständige Gemeinschaft von Schulbrüdern. Bei seinem Tod 1841 hatten sie bereits mehr als 100 Mitglieder, von denen einige sich der Ausbildung der Taubstummen widmeten. Das wurde ein besonderes Aufgabengebiet der Gemeinschaft.
Heute arbeiten 1250 Brüder in 26 Ländern und 13 Ordensprovinzen: eine in Amerika, zwei in Afrika, vier in Europa und sechs in Asien.

Eine apostolische Gemeinschaft
Die Brüder arbeiten hauptsächlich mit jungen Menschen im schulischen Bereich und bieten ihnen eine ganzheitliche Bildung im Geist des Evangeliums. Sie leben mit in den Gemeinden am Ort und helfen in der Seelsorge und in der Katechese, insbesondere in der Jugendarbeit.
Wie Montfort sind sie besonders aufmerksam für die Nöte der Ärmsten, mit einer besonderen Vorliebe für Hör- und Sehbehinderte, für Waisenkinder, die sie in Heime und „Boy-Towns“ aufnehmen, und für alle, die Not leiden, vor allem in den Entwicklungsländern.

Eine Gemeinschaft von Brüdern
Wie die Montfort-Missionare und die Montfort-Schwestern leben die Brüder von St. Gabriel nach der Spiritualität des heiligen Montfort, mit ihrer mystischen (die Weisheit, Maria) und ihrer apostolischen Seite (Verfügbarkeit, Liebe zu den Armen), doch mit einem eigenen Akzent. Sie sind Brüder: Brüder Christi, kraft der Taufe und der Ordensprofess; Brüder untereinander im familiären Geist; Brüder der Menschen, deren Sorgen und Freuden sie teilen; Brüder des Erzengels Gabriel in der Anbetung Gottes und der Verkündigung der Frohen Botschaft.

Anschrift der Generalleitung:
Fratelli di San Gabriele
Via Trionfale, 12840
00135 Roma
Italien
Telefon: 0039-06-30 35 90 01