Die Zustände in Haiti sind katastrophal P. Euteneuer berichtet Ende Oktober ist der Ökonom unserer Deutschen Region, P. Gerd Euteneuer, aus Haiti zurückgekehrt. Es war bereits seine dritte Reise in diesem Jahr, die er im Auftrag des Ordens unternommen hat. Von seinen Erfahrungen berichtet er: Die Zustände in Haiti sind katastrophal. Seit meinem ersten Besuch im April hat sich nur wenig verbessert. Staatlicherseits tut sich gut wie nichts. Hilfsorganisationen versuchen an unterschiedlichen Stellen die Not der Menschen zu lindern. Diese Hilfe ist aber unkoordiniert, so dass die Gefahr besteht, dass an manchen Stellen überhaupt keine Hilfe ankommt. Dennoch wäre ohne diese Hilfe die Not der Menschen noch schlimmer und unmenschlicher. Im Slumgebiet von Cite Jeremie nahe der Hauptstadt Port au Prince haben unsere Patres ein kirchliches Zentrum. Neben der Kirche unterhalten sie dort eine Schule, wo die Kinder jeden Tag eine warme Mahlzeit erhalten, eine Krankenstation, einen Kindergarten, der gänzlich zerstört war, aber durch die Hilfe der Belegschaft von Volkswagen wieder aufgebaut werden konnte. Es gibt eine Schuhwerkstatt, in der etwa 25 junge Menschen das Schusterhandwerk lernen und dadurch eine bessere Zukunft haben. Außerdem hat eine Ausbildung zu Elektrikern begonnen, ebenso in der Hauswirtschaft und in der Krankenpflege. Solche Projekte sind nur durch die Spenden vieler Menschen möglich. In diesem Gebiet wurden durch das Erdbeben 168 Häuser zerstört. Die Menschen hausen in den Trümmern oder in Zelten und warten auf Hilfe. Sie selber haben nichts, womit sie ihr Haus wieder aufbauen könnten. Die Preise für Lebensmittel und Baumaterial sind seit dem Erdbeben ganz enorm gestiegen. Auch hier sind die Patres tätig, indem sie durch die Unterstützung von außen mittlerweile 40 Häuser gebaut haben, weitere 20 Häuser werden wohl hoffentlich vor Weihnachten noch fertig. Auch wenn diese Behausungen recht klein sind, so sind sie immer noch besser als im Zelt zu leben. Die drei Ordenshäuser in der Hauptstadt sind ebenfalls zu großen Teilen zerstört. Der Provinzial lebt in einer Holzhütte, weil es zu gefährlich ist, sich im Haus aufzuhalten. Dennoch gehört der Wideraufbau unserer Häuser nicht zu den Prioritäten. In den Gärten dieser Häuser leben viele Menschen noch in Zelten. Zuerst muss für sie eine vernünftige Unterkunft geschaffen werden. Natürlich ist das Wasser ein anderes großes Problem. Die ausgebrochene Cholera ist dafür ein schlimmer Beweis. In den Camps gibt es zwar große Wassertanks, die von Internationalen Roten Kreuz gefüllt werden. Aber dieses Wasser ist nicht sauber. Außerdem haben noch längst nicht alle Menschen Zugang zu diesen Quellen. Sie schöpfen Wasser aus den Flüssen, in denen andere sich waschen oder Exkremente sind, oder Tiere herumlaufen und Autos durchfahren. Haiti braucht eine stabile Regierung, die gegen Korruption und Vetternwirtschaft vorgeht. Eine solche Regierung ist aber derzeit kaum in Sicht. Aus diesem Grund halten sich die Geberländer auch zurück, die versprochene Hilfe auszuzahlen. Die politischen Verhältnisse sind verworren und daher schwer kalkulierbar. Daher sind die kleinen Schritte der unterschiedlichen Organisation so bedeutsam. Diese Schritte sind zwar scheinbar nur der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Aber ohne diese Tropfen wären die Steine der Not und des Elends noch heißer. P. Gerd Euteneuer SMM << zurück Newsarchiv: Ein besonderer Gedenktag Gute Nachrichten aus Malawi und aus Uganda Wir wünschen ein gnadenreiches Weihnachtsfest und Gottes Segen für das Neue Jahr! Vor 60 Jahren: Hl. Ludwig-Maria Grignion heiliggesprochen Montfortaner beklagen 11 Tote Unser Jahresprojekt 2009 Ein neues Buch: P. Ferdi Philippi SMM Erdbeben in Haiti 28. April: Fest des hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort Sitio Agar Mein Wort in Gottes Ohr Zum Fest des heiligen Ludwig-Maria Bischofskirche eingeweiht Mit Hoffnung und Zuversicht |
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