| Die Vereinigung "Maria Königin der Herzen"
In seiner „Abhandlung über die wahre Hingabe an Maria“, die das Herzstück des „Goldenen Buches der vollkommenen Hingabe an Jesus Christus durch Maria vom hl. Ludwig-Maria Grignion von Montfort“ ist, und in der der Heilige die Form der Marienverehrung beschreibt, die er für die vollkommene hält: die Weihe an Jesus Christus durch die Hände Marias, schreibt er in Nr. 227 über die Vorbereitung auf die Weihe: „Diejenigen, die sich diese Art der Marienverehrung zu eigen machen wollen … sollen wenigstens zwölf Tage darauf verwenden …“ Im Originaltext hat er hinzugefügt: „die bis jetzt noch nicht als Bruderschaft errichtet ist, obwohl das wünschenswert wäre“. Bruderschaften, Vereinigungen waren dem Volksmissionar ein Herzensanliegen. Die Früchte der Mission sollten von Dauer sein und dabei sind solche Vereinigungen eine große Hilfe. Überall, wo er predigte, versuchte er deshalb solche Gemeinschaften zu gründen oder bestehende neu zu beleben: die Gebetsgemeinschaften des Rosenkranzes sind nur ein Beispiel dafür. Dass sich auch diejenigen, die seine vollkommene Marienverehrung leben wollten, zu einer Vereinigung zusammenschließen konnten, das hat er selbst nicht mehr erlebt. Es sollte noch fast 200 Jahre dauern. Erst 1899 wurde die erste Bruderschaft errichtet, und zwar in Ottawa in Kanada, und sie erhielt den Namen „Maria Königin der Herzen.“ 1913, als auch in Rom eine solche Bruderschaft errichtet wurde, erhob Papst Pius X. sie zur Erzbruderschaft. Nach dem II. Vatikanischen Konzil und der weltweiten Erneuerung des Ordenslebens wurden auch die Statuten der Erzbruderschaft neu gefasst, um sie in Einklang zu bringen mit dem, was das Konzil und später Papst Johannes Paul II. zur Aufgabe der Laien in der Kirche erklärt hatten. Die Kongregation für das Geweihte Leben und die Gemeinschaften des apostolischen Lebens approbierte am 21. April 2001 die neuen Statuten. Offiziell spricht man nicht mehr von der „Bruderschaft“, sondern von der „Vereinigung Maria Königin der Herzen“. Die Statuten schreiben fest, dass die „Vereinigung Maria Königin der Herzen“ der Gesellschaft Marias (SMM) angeschlossen ist. Sie ist ein Zweig der Kongregation, vergleichbar mit einem „dritten Orden“ oder den „Oblaten“, wie andere Ordensgemeinschaften sie haben. Durch sie soll ein Herzensanliegen des hl. Ludwig-Maria verwirklicht werden, das er so beschrieben hat: „… dass die Jungfrau Maria in naher oder ferner Zukunft mehr Kinder, Diener oder Sklaven habe als in der Vergangenheit und so durch Maria Jesus Christus, mein geliebter Herr, mehr als je zuvor in den Herzen der Menschen herrsche“. Die Mitglieder der Vereinigung stellen sich entsprechend ihrem Stand und ihren persönlichen Lebensumständen in den Dienst der gleichen Sendung wie die Montfort-Missionare: „das Kommen des Reiches Christi durch Maria herbeizuführen.“ Die Verbundenheit mit der Montfortanischen Ordensfamilie findet auch darin ihren Ausdruck, dass die Mitglieder der Vereinigung die Ordensfeste besonders begehen: zuerst das Hochfest der Verkündigung des Herrn (25.3.), dann das Hochfest der Geburt Christi (25.12.), das Hochfest der Unbefleckten Empfängnis (8.12.) und das Fest des hl. Ludwig-Maria (28.4.). Die Vereinigung kennt keine hierarchischen Strukturen. Von den Mitgliedern wird erwartet, dass sie die Weihe an Jesus Christus durch Maria in ihrem Alltag leben, so wie es der hl. Ludwig-Maria in seinen Schriften erklärt hat. So kann jeder, der die Weihe an Christus durch Maria nach der Formel des hl. Ludwig-Maria abgelegt hat, in die Vereinigung aufgenommen werden. Die Aufnahme geschieht durch die Einschreibung in das Register. Der Generalobere der Montfort-Missionare ist zugleich immer auch der oberste Direktor der Vereinigung; ihm allein steht es zu, regionale Zentren zu errichten oder aufzuheben und ihre Leiter zu ernennen. Für den deutschen Sprachraum ist das regionale Zentrum zur Zeit verbunden mit dem Missionswerk der Montfortaner Patres in Rehlingen-Siersburg. |
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