Im deutschen Sprachraum ist der Name des heiligen Ludwig-Maria Grignion von Montfort untrennbar verbunden mit einem Buch, dessen vollständiger Titel lautet: „Das Goldene Buch der vollkommenen Hingabe an Jesus Christus durch Maria vom heiligen Ludwig-Maria Grignion von Montfort“. Es enthält die bedeutendsten Schriften des Heiligen, ergänzt mit einem Gebetsteil, der eine Vorbereitung auf die Weihe an Jesus Christus durch Maria bietet.
Das Herzstück des „Goldenen Buches“ ist die „Abhandlung über die wahre Hingabe an Maria“. Montfort hat sie vermutlich in den Jahren 1710–1712 geschrieben. Nach seinem Tode hatte man nicht den Mut, die Schrift zu veröffentlichen. Dann taten die Wirren der französischen Revolution das ihre dazu, so dass die Schrift erst 1843 erstmals gedruckt wurde. Seitdem hat sie einen Siegeszug durch die ganze Welt angetreten. In mehr als 40 Sprachen übersetzt wurde sie zu einem marianischen Bestseller.

Der Presse-Apostel der Schweiz
Das Goldene Buch verdankt seine Entstehung dem Presse-Apostel der Schweiz, Prälat Johannes Kleiser (1845–1916). Er hatte als junger Priester Montforts „Abhandlung über die wahre Hingabe an Maria“ gelesen und war davon so begeistert, dass er sich die Verbreitung der Schriften des Heiligen in deutscher Sprache zur Lebensaufgabe machte. In Freiburg/Schweiz rief er 1898 die Gemeinschaft der Kanisiusschwestern ins Leben, die sich dem Presseapostolat widmen. Er wünschte, dass die Schwestern ganz im Geist der vollkommenen Hingabe leben. Montforts Spiritualität ist die Ordensspiritualität der Kanisiusschwestern.
In dem von ihnen geführten Kanisiuswerk veröffentlichte Kleiser 1905 eine neue, von seinem Bruder besorgte Übersetzung der Schriften des heiligen Montfort. Für diese Neuausgabe wählte er als Titel „Das Goldene Buch“. Eine erste Gesamtausgabe der Werke Montforts in vier Bänden wurde in den Jahren 1925–1929 von Professor Leo Gommenginger im Kanisiuswerk herausgegeben.

Ein marianischer Bestseller
Das „Goldene Buch“ fand im ganzen deutschen Sprachraum Verbreitung. Sein Titel wurde später auch in anderen Ländern übernommen. Bis in die fünfziger Jahre hinein hielt man an der Übersetzung von Professor Gommenginger fest. Dann entschied man sich für eine Neuübertragung, die von Hilde Firtel, die die Legio Mariens in Deutschland aufgebaut hat, besorgt wurde. Im Jahre 1996 erschien die 25. Auflage in der Übertragung des Montfortaner Paters H. J. Jünemann. Das „Goldene Buch“ dürfte eines der am meisten gelesenen religiösen Bücher im deutschen Sprachgebiet sein.
Die 26. Auflage 2007 ist im Salterrae-Verlag, Maria Roggendorf/Österreich erschienen und im Buchhandel erhältlich.